
Was sind systemische Personenaufstellungen?
Systemische Personenaufstellungen sind eine Methode aus der systemischen Therapie und Beratung, bei der zwischenmenschliche Beziehungen sichtbar gemacht werden. Im Mittelpunkt steht die Annahme, dass Menschen nicht isoliert handeln, sondern immer Teil eines Systems sind – etwa einer Familie, eines Teams oder einer Organisation.
In einer Aufstellung werden diese Systeme räumlich dargestellt. Stellvertretende Personen (oder Figuren) nehmen dabei die Positionen von realen Menschen oder auch abstrakten Elementen (z. B. Gefühle, Ziele, Konflikte) ein. Dadurch entsteht ein „lebendiges Bild“ der inneren und äußeren Beziehungen.
Ziel ist es, verborgene Dynamiken, Spannungen oder Blockaden sichtbar zu machen und neue Perspektiven sowie Lösungsansätze zu entwickeln.
Wie läuft die systematische Personen-Aufstellung ab?
In einem Vorgespräch formuliert die Person, die eine Thema/ ein Problem aufstellen will, ein konkretes Anliegen.
Beispiele:
- Konflikte in der Familie oder Partnerschaft
- Entscheidungsprobleme
- berufliche Herausforderungen
- wiederkehrende Verhaltensmuster
Findet die systematische Aufstellung in der Gruppe statt, werden andere Teilnehmerinnen als Stellevertreter*innen ausgewählt.
In Einzelsettings können stattdessen Figuren, Bodenanker oder Symbole verwendet werden.
Diese Stellvertreter repräsentieren z. B.:
- Familienmitglieder
- KollegInnen
- innere Anteile („der Zweifel“, „der Mut“)
Die aufstellende Person positioniert zunächst die Stellverter*innen intuitiv im Raum.
Dabei spielen folgende Aspekte eine Rolle:
- Abstand zwischen den Personen
- Blickrichtungen
- Körperhaltung
Diese Anordnung spiegelt häufig unbewusste Wahrnehmungen der Beziehungen wider.
Was ist die Aufgabe der Stellvertreter*innen?
Die Stellvertreter berichten, wie sie sich auf ihrer Position fühlen:
- körperliche Empfindungen
- Emotionen
- Impulse (z. B. Nähe suchen oder Distanz wollen)
Diese Wahrnehmungen entstehen ohne Vorwissen über die reale Situation.
Dann erfolgt die Arbeit mit dem System:
- Personen werden umgestellt
- neue Elemente werden hinzugefügt
- lösende Sätze werden gesprochen
Ziel ist es, eine stimmigere Ordnung zu finden, in der sich Spannungen lösen oder reduzieren.
Am Ende reflektiert die aufstellende Person die Erfahrung:
- Was hat überrascht?
- Welche neuen Einsichten sind entstanden?
- Was lässt sich in den Alltag übertragen?
Menschen sind Teil von Beziehungsnetzwerken. Probleme entstehen oft nicht isoliert, sondern durch Wechselwirkungen innerhalb des Systems.
In der systemischen Aufstellung werden
innere Bilder und Konflikte „nach außen“ gebracht und sichtbar gemacht.
Das erleichtert:
- Distanz zum Problem
- neue Perspektiven
- emotionale Entlastung
Durch einen Perspektivwechsel werden
- Lösungsansätze deutlich -
- komplexe Beziehungen durch Visualisierung verständnisvoller angenommen (z,.B. wer steht wem nahe oder fern, wo liegen Konflikte oder Loyalitäten, welche Dynamiken wirken unbewusst).
- die emotionale Beteiligung stößt Veränderungsprozesse an.
Das ermöglicht neue Einsichten, die rein kognitiv oft schwer zugänglich sind.
Wie unterstützen systemische Aufstellung auf dem Weg zur Veränderung?
Sie unterstützen durch...
- Selbstreflexion: Die Methode zwingt zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Anliegen
- Embodiment: Körperliche Erfahrung verstärkt emotionale Einsichten
- Narrativbildung: Neue „Geschichten“ über das eigene Problem entstehen
- Gruppendynamik: Rückmeldungen anderer erweitern die Sichtweise .
Wenn ihr Erfahrungen als ThemenaufstellerIn oder als StellvertrerIn habt, wisst ihr um die Wirkung von systemischen Aufstellungen.
Bei Interesse Teil einer unserer systematischen Aufstellungen
zu sein, kontaktiert uns gern.
Herzlichst Eure ZweiFrauen